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EU deckelt Kartengebühren: Gefahr für Bitcoin?

580484269_da33fcb59e_oDas Europäische Parlament hat beschlossen, dass die Kartengebühren für Einzelhändler maximal 0,2% betragen dürfen. Dieser Schritt könnte nun einen der wichtigsten Wettbewerbsvorteile des Bitcoin in der EU untergraben.

EU-weite Regelung beendet undurchsichtige Kartengebühren

Die neue Obergrenze für Zahlungsabwicklungen, die mit 621 zu 26 Stimmen bei 29 Enthaltungen beschlossen wurde, wird sowohl für grenzüberschreitende, als auch inländische Zahlungen geringere Kosten für Kartennutzer bedeuten.

Nach Angaben des Europäischen Parlaments werden jährlich Einsparungen von 6 Mrd € für Unternehmen und 730 Mrd € für die Verbraucher erwartet. Mit diesen geringeren Kosten will man die Wirtschaft wieder ankurbeln. Denn wer Gebühren spart, hat mehr Geld zum Ausgeben.

Dies ist eine große Anstrengung in Richtung Transparenz in einer Branche, die traditionell ein Feind der Einzelhändler und Karteninhaber gleichermaßen war, weil die hohen Gebühren oft versteckt waren. Gebühren von 1- 3% pro Transaktion war keine Seltenheit.

Schon vor dem Euro versuchte man in Europa grenzüberschreitende Lösungen für Transaktionsgebühren zu finden. Damit ist Europa ein Vorreiter im Versuch, die Kreditkarten-Monopole aufzuheben und versteckt Gebühren aufzudecken.

Schlechte Nachrichten für Bitcoin?

Allerdings könnte sich der jüngste Schritt der EU als eine schlechte Nachricht für die Akzeptant der Kryptowährungen herausstellen, denn die Deckelung beseitigt mindestens einen wichtigen Anreiz für die Menschen von den traditionellen Zahlungsmethoden abzurücken und sich nach besseren Alternativen wie Bitcoin umzusehen. Das beste Verkaufsargument waren immerhin die niedrigeren Gebühren für Kaufleute und Nutzer.

Bitcoin wird häufig mit „nahezu 0%“ Bearbeitungsgebühren angepriesen. Aktuell zahlen die Händler, die Bitcoin nutzen, je nach Anbieter zwischen 0-1% pro Transaktion.

Ein weiterer Punkt ist die Belohnung der Nutzer der traditionellen Karten mit Punkten, Vielflieger-Meilen, etc.. Im Bereich der Kryptowährungen befindet sich dieses System noch immer in den Entwicklungsstufen, so dass traditionelle Zahlungsnetzwerke einen weiteren Wettbewerbsvorteil besitzen.

„Ich glaube nicht, dass dies die Einführung des Bitcoin erschwert“, sagte Levin Moe, der Gründer der Nordamerikanischen Bitcoin Konferenz. „Die Alleinstellungsmerkmale von Bitcoin sind mehr als nur billige Transaktionen für Kaufleute.“

Doch während viele diesen Schritt der EU nicht als eine Bedrohung für Kryptowährungen sehen, da sie noch weitere Vorteile wie mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und mehr Privatleben bieten, könnte die neue EU-weite Gebührenstruktur die Ambitionen von Bitcoin untergraben. Denn wer wechselt schon gern das Pferd, auf dem er schon immer reitet? 

Quelle: Cointelegraph.com – George Samman

Titelbild: Flickr – Kalypso Nikolaidis – EU openDemocracy  CC 2.0

 

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