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Byteball Interview (Teil 1): Crypto der 3. Generation, Witnesses, IOTA vs. BYTEBALL

byteball-pre2Eine der spannendsten Cryptocurrencies ist und bleibt für mich Byteball. Auf Facebook hatte ich schon öfters auf die anstehenden Verteilungen hingewiesen und wurde daraufhin regelmäßig gefragt, warum gerade Byteball. Insbesondere in der aktuellen Cryptowelt, in der jeden Tag ein „This changes everything“-Token / -Coin / -ICO veröffentlicht wird, finde ich das fast schon stille Liefern von Ergebnissen ohne viel TamTam herausstechend. Natürlich vor dem Hintergrund der technischen Innovation, die in dem Projekt steckt.

Oft wird bei den vielen Konzepten und Ideen vergessen, dass nicht das Ankündigen die Innovation ist, sondern deren Umsetzung. Nicht zu vergessen, wie wichtig die Akzeptanz der Benutzer ist. Ich habe den Byteball Community-Manager CryptKeeper (Bitcointalk.org Username) um ein Interview gebeten. Vielen Dank nochmals für die Beantwortung meiner Fragen. Auf btcgermany.de wird das Interview in zwei Teilen veröffentlicht.

Vorstellung BYTEBALL Community-Manager CryptKeeper

BTCGERMANY: Wie bist Du zur Cryptowelt und zu Byteball gekommen?
CRYPTKEEPER: Ich bin Bitcoin- und Altcoin-Investor und -Enthusiast seit dem Jahr 2013. Zu der Zeit habe ich meine ersten BTC und NXT gekauft, danach auch noch andere Crypto-Currencies, wie z.B. Ethereum. Dieses Projekt habe ich vom Start weg fasziniert verfolgt. Irgendwo habe ich noch ein gedrucktes Exemplar des „Bitcoin Magazine“ rumliegen, in dem der Mitgründer und Autor Vitalik Buterin interessante Artikel geschrieben hat. Die Zeit vergeht schnell. Seit September 2016 bin ich größter Fan von Byteball und mache mich in meiner Freizeit als Community-Manager und Fonds-Treuhänder nützlich.

BYTEBALL Interview – Teil 1

BTCGERMANY: Byteball wird oft auch als Cryptocurrency der 3. Generation beschrieben, da Byteball keine Blockchain wie Bitcoin verwendet, sondern das Konzept des Direct Acyclic Graph (DAG). Kannst Du in wenigen Sätzen die wichtigsten Unterschiede erklären und wie hat sich dieses Konzept im ersten Jahr von Byteball bewährt?

BYTEBALL: Wir alle kennen die aktuellen Forks des Bitcoin-Protokolls: die dabei entstandenen Coins „Bitcoin Cash“ oder „Bitcoin Gold“ sind sicher vielen ein Begriff. Der Grund für diese Forks sind benötigte Updates der Bitcoin-Blockchain, um die Limitierung auf eine definierte Blockgröße, z.Zt. 1 Megabyte, in der die Bitcoin-Transaktionen gespeichert werden, aufzuheben. Da nur etwa alle 10 Minuten ein Bitcoin-Block erzeugt (geschürft) wird, ist die Anzahl der maximal möglichen Transaktionen stark eingeschränkt. Die Transaktionen werden nach der Höhe der bezahlten Transaktionsgebühr sortiert in den Block aufgenommen – ist dieser voll, muss man auf den nächsten Block warten. Je nach Höhe der bezahlten Gebühr und Transaktionsaufkommen muss man auch mal mehrere Blöcke abwarten, bis die eigene Transaktion aufgenommen ist. Dieses Problem hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass viele Bitcoin-Benutzer schon seit längerem eine schnellere Transaktionsabwicklung fordern. Die Bitcoin-Entwickler versuchen dies mit zwei Maßnahmen in den Griff zu kriegen: zum einen eine Art „Komprimierung“ der Transaktionen (SegWit), um mehr davon in einem Block unterzubringen; zum anderen die Verdoppelung der Blockgröße von 1 auf 2 Megabytes.

Byteball verfolgt einen radikal anderen Ansatz: weg mit den Blöcken! Keine Blöcke – keine Beschränkung der Anzahl der Transaktionen. Das zugrundeliegende Protokoll nennt sich DAG (Directed Acyclic Graph oder deutsch: gerichteter, azyklischer Graph): https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichteter_Graph
Byteball hat aufgrund der verwendeten DAG-Technologie folgende Vorteile gegenüber der Bitcoin-Blockchain:

  • eine Transaktion bekommt nahezu sofort Bestätigungen von Byteball-Peers, da man nicht darauf warten muss, dass ein Bitcoin-Miner einen Block schürft
  • Transaktionen müssen nicht in einen Block passen; der DAG kann sich unendlich breit ausdehnen, wenn viele Transaktionen anstehen
  • anders als bei Bitcoin, wo man durch die Anzahl der Bestätigungen lediglich eine „Wahrscheinlichkeit“ für die Gültigkeit einer Transaktion berechnen kann, gibt es bei Byteball eine deterministische Endgültigkeit
  • dramatisch geringeren Energieaufwand als für Bitcoin Proof-of-Work, da keine Miner notwendig sind

Gerade die Endgültigkeit der Transaktionen hat sich im praktischen Einsatz von Byteball sehr gut bewährt, es gibt kein Zählen der „Confirmations“ mehr! Wenn eine Transaktion in Byteball bestätigt wurde (Dauer 30 Sekunden bis einige Minuten), ist die Buchung abgeschlossen und unumkehrbar. Um jedoch die Vorteile der Aufhebung der Blockbeschränkung zu „spüren“, muss man natürlich erstmal eine große Menge gleichzeitiger Transaktionen anstehen haben. Das ist bei einem so jungen Projekt wie Byteball natürlich selten der Fall. Bei jedem der monatlichen Airdrops wurde allerdings eine große Anzahl Transaktionen erzeugt und das lief ohne Probleme. Byteball wurde schon oft für den reibungslosen Ablauf der Airdrops gelobt und auch das zeigt, dass es hier keine Engpässe mehr gibt.

BTCGERMANY: Bei Cryptocurrencies geht es auch immer um Vertrauen in die Software und in die Mathematik, statt in Menschen und Zwischenhändler. Welche Rolle spielen die sog. „Witnesses“ im System von Byteball?

BYTEBALL: Die „Witnesses“ (Zeugen) sind eine Besonderheit des Byteball-Protokolls. Da die DAG-Chain über keinen sicheren Zeitstempel (oder Blocknummer) verfügt, brauchen die Peers eine zuverlässige Quelle von Transaktionen, die garantiert in einer definierten Reihenfolge erzeugt wurden. Dies verhindert, dass Transaktionen bestätigt werden, die aus einem Fork (sogenannte Schatten-DAG) eines Betrügers stammen. Außerdem kann man dadurch Double-Spends (doppelte Bezahlung mit denselben Coins) erkennen. Es gibt 12 Witnesses in Byteball und die Standardeinstellung in der Wallet verweist aktuell auf die Witnesses auf Servern des Byteball-Chefentwicklers Tony (Anton Churyumoff). Dies ist akzeptabel, während noch Airdrops durchgeführt werden und noch eine große Menge Coins in seiner Hand sind. Langfristig sollen diese Witnesses aber von anderen Benutzern betrieben werden, sinnvollerweise mit offengelegter Identität wegen der Vertrauensstellung. Das steht aber z.Zt. noch nicht an.

Oft wird fälschlicherweise behauptet, dass die Witnesses den gesamten Konsens des Byteball-Systems darstellen. Dem ist aber nicht so! Vielmehr bilden sie eine Art „roten Faden“ durch die DAG-Chain, indem sie serialisiert Transaktionen erzeugen. Nicht mehr und nicht weniger. Man vertraut also den Witnesses nur insoweit, als dass sie diese Transaktionen in der richtigen Reihenfolge erzeugen. Dazu würde bereits ein einzelner Witness ausreichen. Die Anzahl 12 wurde gewählt, um gelegentliche Ausfälle einzelner Witnesses abfedern zu können. Die Anzahl 12 ist auch noch so übersichtlich, dass man bei einer späteren Auswahl von Witnesses aus einer Liste von Betreibern nicht die Übersicht verliert.

BTCGERMANY: IOTA und Byteball sind beide Currencies dieser 3. Generation, wobei Byteball sogar mehr Features (Assets, Smart contracts, private Blackbytes) bietet. Der Fokus liegt bei IOTA jedoch wegen der kostenlosen Transaktionen auf anderen Schwerpunkten. Zwischen der Marktkapitalisierung von IOTA und Byteball liegen jedoch aktuell Welten. Will Byteball sich in Richtung der Schwerpunkte von IOTA entwickeln, um dem Erfolg von IOTA Konkurrenz zu machen?

BYTEBALL: Byteball hat von Anfang an den Benutzer in den Mittelpunkt gestellt, das sieht man z.B. an der Bedienerfreundlichkeit der Wallet von der ersten Version an. IOTA hingegen zielt auf IOT („Internet Of Things“) Anwendungen ab, wobei sie als Knackpunkt die gebührenfreien Transaktionen sehen. Auch wenn die Gebühren in Byteball äußerst gering sind (aktuell weit unter 1 Cent pro Transaktion), gibt es keinerlei Bestrebungen diese abzuschaffen, um auch die IOT-Nische zu besetzen und in Konkurrenz zu IOTA zu gehen.

BTCGERMANYWenn nicht, wo sieht Byteball seinen Markt und wie will sich Byteball gegen die starke Konkurrenz innerhalb der Cryptocurrencies durchsetzen?

BYTEBALL: Byteball hat viele Vorteile, z.B. seine fortschrittliche DAG-Technologie, die grundlegend das Skalierungsproblem der blockchain-basierenden Crypto-Currencies löst. Außerdem haben wir durch die Airdrops bereits eine gute Verteilung der Coins erreicht und dadurch eine große Nutzerbasis. Die gilt es jetzt weiter auszubauen, dazu werden die bereits im Whitepaper genannten Funktionen nach und nach umgesetzt. Es sollen mehr Real-Life-Anwendungen gefördert werden, der Anfang ist ja mit dem „Byteball Cashback Program“ (https://medium.com/byteball/byteball-cashback-program-9c717b8d3173) bereits gemacht: Händler und Dienstleister können sich bewerben, um 10% des Rechnungsbetrags in Form von Bytes an die Kunden zurückzuzahlen („Cashback“). Wenn man direkt in Bytes zahlt, sind sogar 20% möglich. Ganz aktuell ist das ICO von Titancoin (https://titan-coin.com/en/), bei den man Anteile („Assets“) an einem Titaniumdioxid-Hersteller über einen Chat Bot direkt in der Byteball-Wallet erwerben kann. Weitere Anwendungen sind bereits in Arbeit.

 

BYTEBALL Interview Teil 2 – die technischen Stärken, Blackbytes, Verteilungsrunden und das Cashback System

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