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Auf ein Wort mit: Stanislav Wolf, Initiator der Bitcoin-Konferenz

stanStanislav Wolf ist Initiator der ersten Bitcoin-Konferenz in Deutschland. Der Kölner hat schon früh die lokale Bitcoin-Szene mit dem Coworking-Haus Startplatz verbunden und weit über die rheinländische Metropole hinaus für Bitcoin und dessen Akzeptanz geworben. Er hat sich bereits während seines BWL-Studiums an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg intensiv mit digitalen Währungen beschäftigt und gilt als einer der ersten Anwender des Bitcoin in Deutschland.

BTC-Germany unterhielt sich mit Stanislav Wolf über die Bitcoin-Konferenz in Köln, den Bitcoin in Deutschland und die bevorstehende Regulierung in New York City.

 

 

 

Herr Wolf, Anfang September findet wieder eine Bitcoin-Konferenz in Köln statt und Sie sind einer der Organisatoren. Wie entstand die Idee? Was kann erwartet werden?

Die Bitcoin-Konferenz 2014 wird am 2. September in Köln stattfinden. Dabei können wir schon auf ein klein wenig Geschichte zurückblicken. Gestartet haben wir im April 2013 mit einem Meetup in Köln und hatten bei den monatlichen Treffen bis zu fünfzig Besucher. Daraufhin entschieden wir uns im Oktober letzten Jahres die erste Bitcoin-Konferenz Deutschlands zu veranstalten. Bekannte Namen aus der Deutschen Bitcoinszene und 130 Teilnehmer hatten dabei die Möglichkeit sich auszutauschen und spannende Vorträge zu sehen.

Dieses Jahr wird es natürlich größer und besser. Durch die Kooperation mit dem Pirate Summit werden wir neben der Konferenz auch Side-Events anbieten können. Das genaue Programm findet ihr hier. Hervorzuheben ist dabei das Pirate Camp, auf dem neben Bitcoin auch andere Startup-Themen mit bis zu tausend Besuchern erörtert werden. Auf der Konferenz am 2. September werden diesmal neben Deutschen Experten wie Jörg Platzer oder Aaron Koenig auch internationale Sprecher wie Alan Reiner, Gründer von Armory, oder Talia Wolf, Expertin in Conversion, teilnehmen. Auch Projekte außerhalb des Bitcoin-Netzwerks wie Etherium, Stellar oder Koina haben dieses Jahr einen festen Platz.

Die angekündigte Regulierung in New York hat für viel Aufruhr gesorgt. Eine Regulierung ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.Wie ist Ihre Meinung zu den bisher bekannt gemachten Punkten der Regulierung? Wird sich die Bitcoin-Konferenz bei der Diskussion beteiligen?

Die Regulierung von Bitcoin ist eins meiner persönlichen Lieblingsthemen. Eine abschließende Beurteilung der Regulierung in New York ist aus meiner Sicht nicht möglich. Der laufende Prozeß, der zum endgültigen Gesetzestext führt, schreitet noch immer voran. Es wird aber immer klarer, dass unterschiedliche Lobbyinteressen deutlich hervortretten. Einige Details lassen aber jetzt schon erahnen, dass der Standort an Innovationskraft einbüßen wird. Dazu gehören längere Aufbewahrungsfristen von Dokumenten als bei vergleichbaren MSBs ( Money Service Businesses ) oder die Überführung von Bitcoin-Guthaben an den Staat bei längerer Nichtnutzung.

Die Bitcoin-Konferenz wird sich selbstverständlich mit dem Thema Regulierung beschäftigen. Dabei wird unser Blick mehr auf der Situation in Europa liegen. Im Rahmen eines Panels an dem Tanja Aschenbeck-Florange, Osborne Clark, Lutz Auffenberg, Winheller, und ein Vertreter des Bundesverband Bitcoin e.V. teilnehmen werden, wird es auch konkret um die Gestaltungsmöglichkeiten der Regulierung gehen.

Sie waren einer der ersten Bitcoin-Nutzer in Deutschland; Sie haben also recht früh das Potential erkannt. Wie sehen Sie die bisherige Entwicklung und wie wird sich der Bitcoin in Zukunft in Deutschland durchsetzen?

Die bisherige Entwicklung sehe ich extrem positiv. Als ich 2011 die erste Bitcoin-Blase mitverfolgte, hätte ich nie erahnen können, wie weit wir kommen würden. Dabei hat mich aber nicht das Aufwärtspotential überrascht, die gewaltigen Möglichkeiten von Bitcoin sollte der Leser dieses Blogs kennen. Viel mehr erstaunt mich immer wieder, wie leicht Bitcoin große Risiken umschifft. Die regulatorische Eindämmung von Bitcoin, durch z.B. Verbote wird nur in wenigen Staaten versucht und auch auf der technischen Seite gab es in jedem kritischen Moment ein entschlossenes und gutüberlegtes Eingreifen der Community.

In Deutschland sehe ich für Bitcoin viel Potential, allerdings nicht als Zahlungsmittel. Das Finanzsystem in Europa ist gut ausgebaut und ein sehr großer Teil der Bevölkerung hat Zugang zu Bankdienstleistungen. Solange es keine Killer-App gibt, die nur mit Bitcoin nutzbar ist, wird sich daran auch nichts ändern. Als Wertaufbewahrungsmittel oder Beimischung zum Investmentportfolio eignet sich Bitcoin dagegen schon heute. Und auch wenn der Bitcoinkurs täglich stark schwankt, waren die Ausschläge nach oben doch immer größer als nach unten.

Immer mehr große Unternehmen aus dem Ausland, wie Dell und Dish, akzeptieren den Bitcoin als Zahlungsmittel. Nur in Deutschland fehlt noch die Akzeptanz bei den Händlern. Auch wissen viele Menschen nicht, was der Bitcoin überhaupt ist. Wie kann man den Bitcoin in Deutschland noch bekannter machen?  Gibt es dazu Pläne der Bitcoin-Konferenz?

Als erstes möchte ich festhalten, dass der Erfolg oder die Akzeptanz von Bitcoin nicht mit dem Wissen um Bitcoin gleichgesetzt werden sollte. Bitcoin kann nämlich erfolgreich sein ohne, dass jemand davon gehört hat. Der Fall tritt in den USA ja schon mehr oder weniger ein. Dort wird von Unternehmen, wie Bitpay oder Coinbase, Bitcoin konsequent als ein währungs-agnostisches Payment-Network vermarktet. Damit tritt es in Konkurenz zu den Kreditkarten oder dem, in den USA immer noch üblichen, Scheck im Briefkasten. In diesem Vergleich brilliert Bitcoin in Bezug auf Kosten und Geschwindigkeit. Der nächste Schritt ist, dass Startups wie Circle oder Coinapult massentaugliche Wallets anbieten. Dabei wird der Dollar-Betrag in den Vordergrund gerückt, um Menschen ohne Bitcoin-Kentnisse den einfachen Zugang zu ermöglichen. So schließt sich der Kreis und die Nutzung von Bitcoin ist ohne jegliche Kentnisse möglich.

In Deutschland gestaltet sich die Situation schwieriger, denn die ec-Karte oder SEPA-Lastschrift sind deutlich konkurrenzfähiger. Damit ist auch der Anreiz für Händler deutlich kleiner, von der immer noch nicht geklärten Mehrwertsteuererhebung mal abgesehen. Dafür ist das Potential, die Bevölkerung für die Kernaussagen des Bitcoinprojekts zu sensibilisieren, viel größer. Die Kernpunkte sind Transparenz, Dezentralisierung, und Demokratisierung des Finanzwesens. Diese Punkte sind in der heutigen Finanzwelt unterrepräsentiert und können am Beispiel von Bitcoin anschaulich erklärt werden. Auch auf der Bitcoin-Konferenz werden wir mit allen Interessierten das Gespräch suchen und die Idee hinter Bitcoin erläutern.

Vielen Dank für das Interview.

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