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Auf ein Wort mit: Oliver Flaskämper, CEO von bitcoin.de

photoZusammen mit Oliver Flaskämper, dem Chef der ersten Bitcoinbörse Deutschlands sprechen wir über Mt.Gox, Bitcoin.de und die Zukunftsaussichten des Bitcoin.

 

Herr Flaskämper, wie haben Sie, als größte Bitcoinbörse Deutschlands die Thematik um Mt. Gox gesehen? Wie sicher ist Bitcoin.de?

Eigentlich könnte man annehmen, dass es einen freuen würde wenn ein Wettbewerber die Segel streicht. Dem war aber nicht so. Die Insolvenz von Mt. Gox war ein schwerer Schlag für die junge Bitcoin-Ökonomie. Wir sind zwar gerade dabei uns von diesem Schock zu erholen, aber der Vorfall hat schon viel Vertrauen zerstört. Auf der anderen Seite wird das Thema Sicherheit bei allen Beteiligten jetzt noch ernster genommen, als es vorher ohnehin schon der Fall war – auch bei uns.

Bitcon.de hat zahlreiche, mehrstufige Sicherheitssysteme, die einen Diebstahl oder unberechtigten Abfluss von Kunden-Bitcoins verhindern. Diese Systeme werden regelmäßig von externen Sicherheitsfirmen geprüft, die auch Finanzdienstleister und Energieversorger zu Ihren Kunden zählen. Zudem betreiben wir ein Bug-Bounty-System wo uns ehrliche White-Hat-Hacker potenzielle Sicherheitslücken melden können und dafür Belohnungen bekommen. Trotzdem muss man sagen, dass kein Mensch und daher auch kein System unfehlbar ist. Wer von seinem System sagt es sei 100% sicher ist auf dem besten Wege vom Gegenteil überzeugt zu werden. Man kann aber durch jede zusätzliche Sicherheitsmaßnahme die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffe verringern. Wir sind gerade dabei die Bitcoin-Bestände unserer Kunden durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestätigen zu lassen. Das wollen wir dann regelmäßig wiederholen. Vielmehr kann man wohl nicht machen.

Wie sehen Sie die Entwicklungen in den USA? Die IRS hat Bitcoin als Vermögen eingestuft, was ja eigentlich der Stellung als Währung widerspricht. Sehen Sie einen möglichen Wandel? (Bitcoin als Vermögen, nicht als Währung.)

Aus meiner Sicht war und ist Bitcoin schon immer eine Mischung aus beidem gewesen. Meine ganz persönliche Definition von Bitcoin ist “Digitales Gold mit Bezahloption”. So gesehen ist Bitcoin eine Mischung aus Wertaufbewahrungsmittel und damit auch Spekulationsobjekt und Zahlungsmittel. Viel mehr muss es auch meiner Sicht auch nicht sein. Mir persönlich würde es schon reichen, wenn sich Bitcoin als das Gold des 21. Jahrhunderts etabliert, welches auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel akzeptiert wird.
Wie sehen Sie die Entwicklung in Deutschland und Europa in 2014/2015?
Wir werden aus meiner Sicht bis Ende Juni, Anfang Juli Juli eine Seitwärtsbewegung bei 400-500 USD sehen. Bereits im April hat der Bitcoin sich in diesem Korridor bewegt. Die “zittrigen Hände”, wie André Kostolany sagen würde, sind jetzt aus dem Markt ausgestiegen, so dass die “Hartgesottenen” wieder die Oberhand haben. Das trägt zur Beruhigung des Marktes bei. Wenn wir in den nächsten Wochen keine “Bitcoin-Horrormeldungen” über Sicherheitslücken oder evtl. Verbote zu hören/lesen bekommen, gehe ich davon aus, dass wir noch in diesem Jahr die alten Höchststände um 1.300 USD wiedersehen werden. Das ist aber nur mein persönliches Bauchgefühl, denn in die Glaskugel schauen kann ich auch nicht. Aber wenn man sich die Historie anschaut, dann unterliegt auch der Bitcoin den klassischen Wellenbewegungen von Übertreibung, Untertreibung ect. Die Untertreibung ist vorbei, aktuell wird ein Boden gebildet und der Kurs wird sich vermutlich schon bald wieder erholen. Bereits in 2011 und 2013 haben wir Ähnliches erlebt. Begleitet wird diese Entwicklung von immer mehr Händlern die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren werden. Der Bitcoin ist gekommen um zu bleiben.
Wie sind Ihre Pläne mit bitcoin.de?
Ganz vorne auf der Liste steht nach wie vor der geplante Echtzeithandel in Kooperation mit unserem Bankpartner der Fidor Bank AG. Weiterhin wollen wir unseren Kunden über eine Kooperation mit einem Goldhändler ermöglichen bald auch Gold mit Bitcoins zu erwerben. Zu den anderen spannenden Dingen kann ich leider noch nichts sagen. Wir haben aber noch viele Ideen auf Lager. :-)
Vielen Dank für das Interview, Herr Flaskämper.

Interview vom 05. Mai 2014

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